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Artemis-Programm
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Das Artemis-Programm ist ein bemanntes Raumfahrtprojekt der NASA in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern wie der europäischen, der japanischen und der kanadischen Raumfahrtagentur (ESA, JAXA und CSA). Ziel des Programms ist es, erstmals seit Apollo 17 wieder Astronauten auf dem Mond zu landen, darunter erstmals eine Frau. AnschlieĂend sollen jährlich bemannte Mondlandungen stattfinden. Das Projekt wurde 2019 von US-Präsident Donald Trump initiiert. In Anspielung auf das Apollo-Programm wurde es nach Artemis benannt, der MondgĂśttin und Zwillingsschwester Apollons in der griechischen Mythologie.
Eine erste Artemis-Mondlandung war ursprßnglich fßr das Jahr 2024 geplant, kann jedoch wegen VerzÜgerungen bei der Bereitstellung einer Landefähre und neuer Raumanzßge nicht vor 2027 stattfinden. Die USA mÜchten der fßr spätestens 2030 geplanten, ersten bemannten chinesischen Mondlandung zuvorkommen.
Contents
⢠Hintergrund
⢠Finanzierung
⢠Planung
⢠Umsetzung
⢠Missionsliste
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Hintergrund
Seit Eugene Cernan am 14. Dezember 1972 als bislang letzter Mensch die Mondoberfläche verlieĂ, gab es in den USA immer wieder Bestrebungen, zum Mond zurĂźckzukehren. Erste konkrete Pläne dazu kĂźndigte Präsident George W. Bush 2004 mit dem Constellation-Programm an. Es sah bemannte Mondlandungen spätestens ab 2020 vor; danach sollten bemannte FlĂźge zum Mars folgen.
Unter Bushs Nachfolger Barack Obama wurde das Constellation-Programm 2009 wegen ausufernder Kosten wieder eingestellt. Zwei Jahre darauf wurde als Ersatz â auch fĂźr das 2011 eingestellte Space-Shuttle-Programm â das SLS-Programm aufgelegt. Dieses sah bemannte Mondumrundungen und FlĂźge zu anderen Objekten im Sonnensystem vor, jedoch keine Landungen.cite-ref-sfn-sd1-1-0[1] Auch hier kam es wieder zu PlanĂźberschreitungen, insbesondere wegen Missmanagement im Boeing-Konzern, dem Hersteller der SLS-Rakete. Der fĂźr 2017 geplante Erstflug wurde auf frĂźhestens 2020 verlegt.cite-ref-ars-boeing-2-0[2]
Inzwischen war Donald Trump zum Präsidenten gewählt worden und hatte einen erneuten Schwenk in der US-Raumfahrtpolitik eingeleitet. Trump wĂźnschte sich bahnbrechende Erfolge noch während seiner Präsidentschaft. Nachdem er herausgefunden hatte, dass ein bemannter Marsflug selbst bis zum Ablauf einer mĂśglichen zweiten Amtszeit im Jahr 2024 nicht machbar ist,cite-ref-whitman-3-0[3] gab er die Executive Order Space Policy Directive 1 heraus. Damit wies er die NASA an, sich auf eine baldige Mondlandung zu konzentrieren, gefolgt von Missionen zum Mars und âvielleicht eines Tages zu vielen Welten darĂźber hinausâ.cite-ref-sfn-sd1-1-1[1] Anfang 2019 verschob die NASA den Termin fĂźr die mittlerweile geplante Mondlandung auf 2028, weil die Probleme bei der SLS-Entwicklung andauerten. Daraufhin ergriff Vizepräsident Mike Pence die Initiative und forderte von der NASA im Namen Trumps eine Landung US-amerikanischer Astronauten am SĂźdpol des Mondes bis 2024. Wenn dies mit den âbestehenden Auftragnehmernâ (wie Boeing) nicht machbar sei, dann mĂźssten eben neue gefunden werden.cite-ref-verge-pence-4-0[4]cite-ref-pence-5-0[5]
s-c3-bcdpolregions-dpolregion
Die SĂźdpolregion des Mondes gilt als strategisch wichtig, seit dort Wassereis nachgewiesen wurde. Es ist die einzige Gegend auf dem Mond, in der einerseits rund um das Jahr Sonnenlicht (zum Beispiel fĂźr Solarenergiegewinnung) vorhanden ist und andererseits tiefe Krater zu finden sind, auf deren Boden niemals direkte Sonneneinstrahlung fällt, und die somit Eisvorkommen aufweisen kĂśnnten.cite-ref-ng-6-0[6] Wasser ist nicht nur fĂźr die Aufrechterhaltung von Leben notwendig, sondern kann auch zu Treibstoff verarbeitet werden. Neben den USA planen daher auch weitere Länder wie China und Russland eine â zunächst unbemannte â Erkundung des SĂźdpols. China mĂśchte dort in den 2030er Jahren eine Forschungsstation errichten.cite-ref-china-basis-7-0[7]
Die nachfolgende US-Regierung unter Joe Biden bekannte sich zur Fortsetzung des Artemis-Programms. Man werde damit âneue und aufregende Wissenschaft betreiben, zukĂźnftige Marsmissionen vorbereiten und Amerikas Werte demonstrierenâ.cite-ref-ars-biden-8-0[8] Der unter Biden ernannte NASA-Administrator Bill Nelson betonte, dass die USA nicht gegenĂźber China ins Hintertreffen geraten dĂźrften und das Artemis-Programm forcieren mĂźssten.cite-ref-9[9] Es gehe darum, noch vor China wieder auf dem Mond zu landen.cite-ref-10[10]
Finanzierung
Um die ersten Vorbereitungen fßr die vorgezogene Mondlandung finanzieren zu kÜnnen, beantragte Donald Trump aufgrund von Berechnungen der NASA eine Aufstockung des NASA-Budgets fßr das Fiskaljahr 2020 um 1,6 Milliarden US-Dollar. Dieser Betrag sollte aus Reserven des Pell-Grant-FÜrderprogramms fßr einkommensschwache Studenten entnommen werden.cite-ref-sn-funding-11-0[11]cite-ref-pellgrant-12-0[12] Der US-Gesetzgeber bewilligte nur einen Teil der geforderten Summe und weitete zugleich die Pell-Grant-FÜrderung aus.cite-ref-13[13]cite-ref-14[14] Fßr die darauffolgenden vier Jahre verlangte die US-Regierung eine Budgetaufstockung um insgesamt 35 Milliarden Dollar.cite-ref-15[15] Nach der Abwahl von Trump Ende 2020 bewilligte der Kongress jedoch fßr das Haushaltsjahr 2021 nur ein Viertel des geforderten Betrags fßr die Entwicklung der Artemis-Mondlandefähren; eine bemannte Landung im Jahr 2024 wurde damit unrealistisch.cite-ref-16[16]cite-ref-ars-biden-8-1[8]
In den nachfolgenden Jahren stellte der Gesetzgeber 7â8 Milliarden Dollar jährlich fĂźr das Artemis-Programm bereit. FĂźr die Haushaltsjahre 2024 bis 2028 erwartet die US-Regierung einen Finanzierungsbedarf von 8,0â8,6 Milliarden Dollar jährlich, insgesamt 41,5 Milliarden. Wegen ausufernder Kosten â verursacht durch Missmanagement â befĂźrchtete der Generalinspekteur der NASA jedoch eine Mittelknappheit und dadurch VerzĂśgerungen bei der weiteren Umsetzung und einen Vertrauensverlust der Steuerzahler in die NASA.cite-ref-17[17]cite-ref-18[18]
Technische Bestandteile
Das Artemis-Programm baut auf fĂźnf technischen Einheiten auf,cite-ref-19[19] deren Konzept Ăźberwiegend aus frĂźheren US-Mondprogrammen stammt:
⢠Die Superschwerlastrakete SLS wird offiziell seit 2011 entwickelt, beruht aber â wie die Ares-Rakete des eingestellten Constellation-Programms â auf Komponenten des Space-Shuttle-Systems. Sie soll zunächst bis zu 26 Tonnen Nutzlast auf den Weg zum Mond bringen kĂśnnen. Ob eine ursprĂźnglich geplante Erweiterung auf 45 Tonnen (SLS Block 2) realisiert wird, ist ungewiss.
⢠Das Orion-Raumschiff wurde vom Constellation-Programm Ăźber das SLS-Programm ins Artemis-Programm Ăźbernommen. Es ist fĂźr eine Besatzung von bis zu vier Astronauten ausgelegt.cite-ref-orion-rg-20-0[20] Orion besteht aus einer von Lockheed Martin gebauten Raumkapsel und dem âeuropäischen Servicemodulâ, einer im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) von Airbus Defence and Space in Bremen gefertigten Antriebs- und Versorgungseinheit. Das Gesamtsystem ist so schwer, dass es vorerst nur mit dem SLS auf den Weg zum Mond gebracht werden kann.cite-ref-sloss-orion-21-0[21]
⢠Die fĂźr das Space Shuttle genutzten Bodensysteme am NASA-Weltraumbahnhof Kennedy Space Center wurden fĂźr die Handhabung von SLS und Orion umgerĂźstet. Hierzu zählen das Vehicle Assembly Building (VAB), in dem die Rakete zusammengebaut wird, die Startrampe 39B und die Crawler-Transporter fĂźr den Transport der Rakete vom VAB auf die Rampe. AuĂerdem wurde der Mobile Launcher 1 (ML-1), ein mobiler Starttisch mit integriertem Startturm, fĂźr das SLS umgebaut. Ein zweites Mobile-Launcher-Exemplar ist in Vorbereitung.cite-ref-22[22]
⢠Der LOP-G (Lunar Orbital Platform-Gateway) ist seit 2017 geplant. Es handelt sich um eine modulare Raumstation, die in einer Umlaufbahn um den Mond platziert werden soll. Von dort aus sollen sowohl Mondlandungen als auch spätere FlĂźge zum Mars erfolgen. AuĂerdem soll der LOP-G als Kontrollzentrum fĂźr die Steuerung von Robotermissionen auf der Mondoberfläche dienen. Die Station soll nur zeitweise bewohnt sein. Getragen wird sie von einer internationalen Kooperation der ISS-Teilnehmerstaaten. Da der LOP-G nicht â wie ursprĂźnglich geplant â ab 2024 einsatzbereit war, ist seine Nutzung erst fĂźr spätere Artemis-Missionen vorgesehen.cite-ref-sn-lopg-verschiebung-23-0[23]cite-ref-sfn-lopg-2023-24-0[24]
⢠artemis-landef-c3-a4hreartemis-landef-hre Als Mondlandefähre wählte die NASA aus Redundanzgrßnden zwei verschiedene Konzepte aus. Im Gegensatz zur zweiteiligen Apollo-Mondlandefähre sind beide Artemis-Lander einstufig und sollen wiederverwendbar sein. Fßr die ersten beiden Mondlandungen soll eine spezielle Version des SpaceX-Raumschiffs Starship eingesetzt werden. Danach soll auch der Lander Blue Moon Mark 2 des Raumfahrtunternehmens Blue Origin zum Einsatz kommen.cite-ref-25[25] Nicht zum Zuge kam ein Entwurf von Dynetics fßr eine Lande- und Aufstiegsfähre mit abwerfbaren Tanks.cite-ref-sfn-lander-26-0[26]
Fßr die geplanten Aufenthalte auf der Mondoberfläche werden auch neue Raumanzßge benÜtigt. Bereits seit dem Constellation-Programm hatte die NASA versucht, diese selbst zu entwickeln. Nachdem sie damit beim Artemis-Programm unter Zeitdruck geraten war, ßbergab sie das Projekt im Jahr 2022 zur Fertigstellung an die Industriepartner Axiom Space und Collins Aerospace.cite-ref-ars-raumanz-ge-27-0[27] Collins sah sich jedoch ßberfordert und stieg bald wieder aus dem Raumanzugprojekt aus.cite-ref-28[28]cite-ref-29[29]
Beteiligte und Konkurrenten
Das Artemis-Programm wird Ăźberwiegend von der NASA finanziert und betrieben. Durch technische Beiträge, die bereits fĂźr das SLS-Programm vereinbart waren, sind zudem die europäische, die japanische und die kanadische Weltraumagentur (ESA, JAXA und CSA) daran beteiligt. Die ESA finanziert beispielsweise das in Deutschland gebaute Orion-Servicemodul, und gemeinsam mit der JAXA auch das in Frankreich gefertigte Internationale Wohnmodul (I-HAB) fĂźr die Raumstation LOP-G. Zudem sind ESA und JAXA mit einzelnen technischen Systemen am US-amerikanischen Hauptwohnmodul (HALO) der Raumstation beteiligt. Die CSA, die bereits den Roboterarm Canadarm2 fĂźr die ISS finanzierte, stellt den Canadarm3 fĂźr den LOP-G bereit.cite-ref-oig-international-31-0[31] 2024 traten auch die Vereinigten Arabische Emirate der Kooperation bei; deren RaumfahrtbehĂśrde MBRSC lässt eine Luftschleuse fĂźr den LOP-G bauen.cite-ref-32[32] Im Gegenzug kĂśnnen Astronauten der Partnerstaaten â auch aus den Emiraten â mit zum Mond fliegen, beginnend mit dem Kanadier Jeremy Hansen als Besatzungsmitglied der Mondumrundung Artemis 2.
Weitere Beiträge internationaler Partner bestehen in Kleinsatelliten und Instrumenten fßr unbemannte Erkundungsmissionen, mit denen die geplanten bemannten Artemis-Missionen vorbereitet werden. So lieferten die ESA sowie die deutsche und die italienische Raumfahrtagentur (DLR und ASI) Geräte fßr den unbemannten Mondflug Artemis 1. Die JAXA steuerte die gescheiterte Mondlandesonde Omotenashi bei.cite-ref-oig-international-31-1[31]
artemis-accords
Als rechtlichen Rahmen fĂźr den Zugang zum Mond schlossen die USA im Oktober 2020 mit Australien, Kanada, Japan, Luxemburg, Italien, GroĂbritannien und den Vereinigten Arabischen Emiraten das Abkommen Artemis Accords.cite-ref-33[33]cite-ref-34[34] Hiermit mĂśchten die USA â aufbauend auf dem Weltraumvertrag von 1967 â ihre Interessen fĂźr die weitere Mond- und Marserkundung festschreiben. Insbesondere soll Unternehmen die Ausbeutung von Weltraumressourcen erlaubt sein. Die Fokussierung der Artemis Accords auf die Interessen der USA und deren Partner stieĂ auf Kritik.cite-ref-35[35]cite-ref-36[36] Seitdem traten 52 weitere Staaten dem Abkommen bei (Stand: 12. Januar 2026), sodass insgesamt 60 Staaten die Artemis Accords unterzeichneten.cite-ref-37[37]
Neun Monate nach EinfĂźhrung der Artemis Accords starteten China und Russland eine Initiative zum Aufbau der Internationalen Mondforschungsstation (ILRS), die in den USA als Konkurrenzprojekt zum Artemis-Programm angesehen wird. Der chinesisch-russischen Initiative schlossen sich bis Mitte 2024 die Länder Venezuela, SĂźdafrika, Aserbaidschan, Pakistan, Belarus,cite-ref-38[38] Ăgypten,cite-ref-39[39] Thailand, Nicaragua, Serbien,cite-ref-40[40] Kasachstancite-ref-41[41] und Senegalcite-ref-sn-2024-09-42-0[42] an. Zudem beteiligten sich Universitäten und Forschungsinstitute aus weiteren Ländern. Russland kĂźndigte 2023 den Aufbau einer eigenen Mondbasis in den 2030er-Jahren an,cite-ref-43[43] bleibt unabhängig davon aber an der ILRS beteiligt.cite-ref-44[44]
Thailand und Senegal sind die bislang einzigen Staaten (Stand: Anfang 2026), die sich beiden Projekten anschlossen. NASA-Verantwortliche und -Experten fĂźr internationale Beziehungen äuĂerten sich dazu positiv. China verfolge ähnliche Ziele fĂźr ein verantwortungsvolles Verhalten im Weltraum wie die NASA, wenn auch mit unzureichender Transparenz.cite-ref-45[45]
Planung
Seit Auflegung des Artemis-Programms änderten sich die Pläne fĂźr dessen DurchfĂźhrung mehrfach. Auch das zuständige Spitzenmanagement bei der NASA â der Leiter der Abteilung fĂźr bemannte Raumfahrt â wurde anfangs zweimal ausgetauscht.cite-ref-46[46]
Nach dem erfolgreichen unbemannten Testflug Artemis 1 im November/Dezember 2022 soll das Orion-Raumschiff mit der bemannten Mission Artemis 2 (geplant fĂźr 2026) nochmals erprobt werden. Beide FlĂźge start(et)en mit dem SLS und fĂźhr(t)en um den Mond. Mit ca. 17 Starship-FlĂźgen (einschlieĂlich einer noch unklaren Anzahl von WiederbetankungsflĂźgen im Erdorbit)cite-ref-clark2401-47-0[47] soll eine erste Artemis-Mondfähre in einen Mondorbit transportiert werden, um von dort aus eine unbemannte Testlandung zu absolvieren.cite-ref-48[48] SchlieĂlich sollen mit Artemis 3 erstmals seit 1972 wieder Astronauten auf dem Mond landen. Diese Landung war auf Druck von Donald Trump und Mike Pence zunächst fĂźr 2024 geplant und wurde dann mehrfach verschoben, zuletzt auf 2027. Vor allem die Bereitstellung der Starship-Fähre, aber auch die Fertigstellung der neuen RaumanzĂźge verspätet sich.cite-ref-sn-gao-49-0[49] Zudem waren bei dem Testflug Artemis 1 Schäden am Hitzeschild der Orion-Kapsel aufgetreten, deren Untersuchung weitere Zeit beansprucht.cite-ref-nasa-0124-50-0[50] Unter BerĂźcksichtigung aller bekannter Planungsrisiken erwartet die NASA einen Start spätestens im Jahr 2028,cite-ref-51[51] ein bis zwei Jahre vor der geplanten ersten bemannten chinesischen Mondlandung.
zweite-phase
FrĂźhestens im Jahr der ersten Artemis-Mondlandung sollen auch die ersten beiden Module der LOP-G-Raumstation mit einer Rakete des Typs Falcon Heavy in eine Mondumlaufbahn gebracht werden.cite-ref-nasa-0124-50-1[50] Danach sind jährliche Expeditionen zur Mondoberfläche ab 2028 geplant. Währenddessen soll der LOP-G ausgebaut und eine dauerhafte US-amerikanische Präsenz auf dem Mond geschaffen werden.cite-ref-aremis-pr-si-52-0[52]cite-ref-haushalt-53-0[53] Unter einer âdauerhaften Präsenzâ versteht die NASA eine ânachhaltige Erkundungâ im Sinne von jederzeit mĂśglichen Expeditionencite-ref-m2m-54-0[54]cite-ref-br-rede-55-0[55]cite-ref-nasa-0124-50-2[50] â im Gegensatz zum Apollo-Programm, das nach sechs Mondlandungen eingestellt wurde. Mit dem Konzept Artemis Base Camp schlug sie die Bereitstellung von Wohnmodulen auf der Mondoberfläche vor, als Basis fĂźr mehrmonatige Expeditionen.cite-ref-56[56]cite-ref-57[57]
Von der vorherigen Planung des SLS-Programms unterscheidet sich dieser Ablauf unter anderem durch eine Verschiebung des LOP-G-Ausbaus zugunsten der Beschaffung von Mondlandefähren. Weitere MaĂnahmen fĂźr eine mĂśglichst frĂźhe Mondlandung sind das Outsourcing unbemannter Starts an private Raketenbetreiber und Investitionen in eine effizientere SLS-Fertigung.
Zur Vorbereitung und UnterstĂźtzung der bemannten Mondlandungen plant die NASA auch mehrere unbemannte Landungen beziehungsweise ârobotische Missionenâ pro Jahr. Sie erfolgen im Rahmen des 2018 aufgelegten CLPS-Programms (Commercial Lunar Payload Services â âKommerzielle Mondnutzlastdiensteâ) und sollen insbesondere die SĂźdpolregion erkunden.cite-ref-58[58]
Umsetzung
Das erste fertiggestellte Artemis-Element war das von Airbus gebaute âeuropäische Servicemodulâ fĂźr das Orion-Raumschiff der Mission Artemis 1.cite-ref-esm1-59-0[59] Der erste Orion-Testflug erfolgte Ende 2014. Ein Startabbruchtest mit Einsatz der Rettungsrakete fand im Juli 2019 statt.cite-ref-60[60]
Im April 2020 wählte die NASA nach einem einjährigen Entwurfswettbewerb drei Landefährenkonzepte aus, deren Entwicklung sie mit zunächst knapp einer Milliarde US-Dollar fĂśrderte. Einer der EntwĂźrfe stammte von dem Konsortium âNational Teamâ aus den Unternehmen Blue Origin, Lockheed Martin, Draper und Northrop Grumman, ein weiterer von einem Team aus Dynetics und der Sierra Nevada Corporation und der dritte von SpaceX.cite-ref-sfn-lander-26-1[26]cite-ref-nasa-f-hrenstudien-61-0[61]cite-ref-62[62] Im April 2021 fiel die Entscheidung fĂźr das Starship von SpaceX als erste Mondlandefähre.cite-ref-63[63] Blue Origin klagte (erfolglos) gegen diese Entscheidung, weshalb die NASA die Arbeit an dem SpaceX-Landerprojekt ein halbes Jahr lang unterbrechen musste.cite-ref-64[64] Den Auftrag zur Entwicklung des zweiten Mondlanders erhielt im Mai 2023 Blue Origin mit einem Neuentwurf des Landers Blue Moon.cite-ref-lander2-65-0[65]
CLPS-Aufträge fßr unbemannte Transporte zur Mondoberfläche vergab die NASA seit 2019 an die Unternehmen Astrobotic, Intuitive Machines, OrbitBeyond,cite-ref-66[66] Masten Space Systems,cite-ref-clps3-67-0[67] Firefly Aerospacecite-ref-68[68] und Draper.cite-ref-69[69] Der Auftrag an OrbitBeyond wurde jedoch nach zwei Monaten wieder storniert,cite-ref-70[70] und Masten Space Systems meldete zwei Jahre nach Auftragserteilung Insolvenz an.cite-ref-71[71]
Als erste Mission des Artemis-Programms startete im November 2022 die unbemannte Mondumrundung Artemis 1. Der Flug des Orion-Raumschiffs verlief nach Plan, allerdings wurden nach der Landung Schäden am Hitzeschild der Raumkapsel festgestellt.cite-ref-nasa-202401-72-0[72] Mit demselben Start wurden auch mehrere Kleinsatelliten in Mondumlauf- oder -vorbeiflugbahnen gebracht, um von dort aus unter anderem die Wasservorkommen zu untersuchen. Keine dieser Raumsonden funktionierte wie vorgesehen.
Als Besatzung des ersten bemannten Flugs Artemis 2 wählte die NASA die US-amerikanischen Astronauten Reid Wiseman, Victor Glover und Christina Koch sowie den Kanadier Jeremy Hansen.cite-ref-73[73] Anfang 2024 vertagte die NASA diese Mission von November 2024 auf September 2025, um Zeit fßr die Behebung der Hitzeschildprobleme des Raumschiffs zu gewinnen.cite-ref-nasa-202401-72-1[72] Aus demselben Grund folgte eine weitere Verschiebung auf April 2026.cite-ref-74[74]
Der erste CLPS-Mondflug Peregrine Mission One startete im Januar 2024 und scheiterte an einem Treibstoffleck; der Mondlander fiel zurßck auf die Erde. Einen Monat darauf gelang mit der CLPS-Mission IM-1 die erste weiche amerikanische Mondlandung seit Apollo 17. Im März 2025 erreichte auch der erste Lander von Firefly Aerospace die Mondoberfläche.
Missionsliste
Die folgenden Flßge fanden bislang im Rahmen oder zur Unterstßtzung des Artemis-Programms statt. Missionsdauern von mehreren Tagen sind jeweils auf ganze Tage gerundet. Bei gelandeten Raumfahrzeugen gibt die Zahl in Klammen die ungefähre Betriebsdauer auf der Mondoberfläche an.
| Mission | Start ( UTC ) | Trägerrakete | Dauer | Zweck |
|---|---|---|---|---|
| Ascent Abort-2 | 2. Juli 2019 11:00 | ATB | 3 Minuten | erfolgreicher Test des Rettungssystems der Orion -Raumkapsel bei einem Startabbruch in 9,5 km HĂśhe [ 20 ] |
| Capstone | 28. Juni 2022 09:55 | Electron | andauernd | erfolgreiche Erprobung des fĂźr die Raumstation LOP-G geplanten Mondorbits [ 75 ] |
| Artemis 1 | 16. Nov. 2022 06:47 | SLS Block 1 (Erstflug) | 25 Tage | erfolgreicher unbemannter Testflug des vollständigen Orion-Raumschiffs mit mehreren Mondumrundungen |
| Artemis 1 | 16. Nov. 2022 06:47 | SLS Block 1 (Erstflug) | | erfolgloser Monderkundungsversuch mit den CubeSat - Raumsonden LunaH-Map, Lunar IceCube, LunIR und Omotenashi |
| Lunar Flashlight | 11. Dez. 2022 07:38 | Falcon 9 | 152 Tage | erfolgloser Monderkundungsversuch mit einer CubeSat-Raumsonde, Abbruch ohne Erreichen eines Mondorbits wegen Antriebsversagens [ 76 ] |
| Peregrine Mission One | 8. Jan. 2024 07:18 | Vulcan VC2S (Erstflug) | 11 Tage | fehlgeschlagene CLPS -Mondlandemission, geplant war eine Landung am Rand des Oceanus Procellarum bei 35° nÜrdlicher Breite |
| IM-1 | 15. Feb. 2024 06:05 | Falcon 9 | 14 Tage (7 Tage) | CLPS-Mission, weitgehend erfolgreiche Landung am Krater Malapert A bei 80° sßdlicher Breite (der Lander kippte um); bis dahin sßdlichste Mondlandung |
| Blue Ghost Mission 1 | 15. Jan. 2025 06:11 | Falcon 9 | 61 Tage (15 Tage) | CLPS-Mission, Landung im Mare Crisium bei ca. 17° nĂśrdlicher Breite, erste vollständig erfolgreiche Mondlandung eines PrivatÂunternehmens [ 77 ] |
| IM-2 | 27. Feb. 2025 00:16 | Falcon 9 | 8 Tage (1 Tag) | CLPS-Mondlandung beim Mons Mouton am SĂźdpol. Der Lander kippte um, dadurch Stromausfall nach einem statt der geplanten zehn Tage. [ 78 ] [ 79 ] |
| Lunar Trailblazer | 27. Feb. 2025 00:16 | Falcon 9 | ca. 12 Stunden | Geplante Untersuchung von Wassereisvorkommen aus einem Mondorbit, Verlust des Funkkontakts 12 Stunden nach dem Start. [ 80 ] |
| FĂźr die folgenden geplanten Missionen nennt die NASA bereits einen Startzeitraum: [ 81 ] | FĂźr die folgenden geplanten Missionen nennt die NASA bereits einen Startzeitraum: [ 81 ] | FĂźr die folgenden geplanten Missionen nennt die NASA bereits einen Startzeitraum: [ 81 ] | FĂźr die folgenden geplanten Missionen nennt die NASA bereits einen Startzeitraum: [ 81 ] | FĂźr die folgenden geplanten Missionen nennt die NASA bereits einen Startzeitraum: [ 81 ] |
| Mission | Start ( EST ) | Trägerrakete | Dauer | Zweck |
| Blue Moon MK1 Pathfinder | 1. Quartal 2026 [ 82 ] | New Glenn | | CLPS-Test-Mondlandung beim Shackleton-Krater am SĂźdpol mit einem Blue-Moon-Frachter von Blue Origin [ 83 ] |
| Artemis 2 (bemannt) | Feb.âApril 2026 | SLS Block 1 | 10 Tage | erster bemannter Flug zur Erprobung des Orion-Raumschiffs mit den Astronauten Reid Wiseman , Victor Glover , Christina Koch und Jeremy Hansen , teilweise Mondumrundung |
| Griffin Mission One | 2026 | Falcon Heavy | | CLPS-Landung beim Nobile-Krater am SĂźdpol |
| IM-3 | 2026 | Falcon 9 | (13 Tage [ 84 ] ) | CLPS-Landung im Reiner-Gamma-Swirl |
| Blue Ghost Mission 2 | 2026 | Falcon 9 [ 85 ] | (ca. 14 Tage) | CLPS-Landung auf der MondrĂźckseite |
| Lunar Pathfinder | 2026 | Falcon 9 [ 85 ] | | Mondorbiter von ESA und NASA [ 86 ] [ 87 ] |
| Artemis 3 (bemannt) | 2027 | ca. 17à Starship | | Bereitstellung einer Starship-Mondlandefähre: Start des Treibstoffdepots , ca. 15 Betankungsflßge, [ 88 ] dann Start, Betankung und Mondflug der Landefähre |
| Artemis 3 (bemannt) | 2027 | SLS Block 1 | ca. 30 Tage (ca. 7 Tage) | erste bemannte Artemis-Landung, Landung und einwĂśchiger Aufenthalt von zwei Astronauten in der SĂźdpolregion, zwei weitere Astronauten fliegen im Orion-Raumschiff mit |
| IM-4 | 2027 | Falcon 9 | | CLPS-Mondlandung am SĂźdpol |
| CP-12 [ 89 ] [ 90 ] | 2027 | | | CLPS-Mission von Draper und ispace mit dem Lander Apex , Landung im SchrĂśdinger-Krater |
| Viper | 2027 | New Glenn | | CLPS-Mission, Transport eines NASA-Rovers zum SĂźdpol mit einem Blue-Moon-Frachter von Blue Origin [ 91 ] [ 92 ] |
| Blue Ghost Mission 3 | 2028 | | (ca. 14 Tage) | CLPS-Landung an den Gruithuisen-Kuppeln |
Weitere geplante unbemannte Missionen sind:
⢠eine unbemannte Test-Mondlandung mit einer Blue-Moon-Fähre (Blue Moon MK2) von Blue Origin
⢠eine vierte Blue-Ghost-Missioncite-ref-93[93]
⢠Transport der ersten beiden LOP-G-Module in einen Mondorbit mit einer Falcon Heavy von SpaceX
⢠Bereitstellung der Mondlandefähren fĂźr die weiteren geplanten bemannten Landungen (fĂźr die Starship-Fähre jeweils ca. 17 EinzelflĂźge einschlieĂlich Start und Betankung des Treibstoffdepots)
⢠Versorgungsflßge zum LOP-G mit Dragon-XL-Frachtern von SpaceX
Weitere geplante oder angestrebte bemannte Missionen sind:
⢠Artemis 4 (Zieltermin 2028), weiterer LOP-G-Aufbau und Mondlandung mit einer Starship-Fähre
⢠Artemis 5 (Zieltermin 2030), weiterer LOP-G-Aufbau und Mondlandung mit einer Blue-Moon-Fähre
⢠weitere jährliche Artemis-Missionen zum LOP-G und zur Mondoberfläche; die jeweilige Landefähre steht noch nicht festcite-ref-clark2401-47-2[47]
Siehe auch
Literatur
⢠Manfred âDutchâ von Ehrenfried: The Artemis Lunar Program â Returning People to the Moon. Springer, 2020, ISBN 978-3-030-38512-5.
Weblinks
Commons
: Artemis-Programm
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
⢠Website des Artemis-Programms (englisch)
⢠Forward to the Moon: NASAâs Strategic Plan for Lunar Exploration; Mai 2019 (PDF, englisch)
⢠The Artemis Accords; Originalvertrag vom 13. Oktober 2020 (PDF, 1 MB, englisch)
Einzelnachweise
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cite-note-ng-66. â Nadia Drake: Why the moon's south pole may be the hottest destination in space. In: National Geographic. 9. Mai 2019, abgerufen am 14. Mai 2019.
cite-note-china-basis-77. â China aims to explore polar regions of Moon by 2030. In: China Daily. 25. September 2018, abgerufen am 14. Mai 2019.
cite-note-ars-biden-88. â Eric Berger: White House says its supports Artemis Program to return to the Moon (Updated). Ars Techica, 4. Februar 2021.
cite-note-99. â William Harwood: Nelson cites Chinaâs growing space prowess, calls for sustained NASA funding. Spaceflight Now, 19. Mai 2021.
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cite-note-1414. â Final FY 2020 Funding Bill Increases Maximum Pell, Addresses Issues With Loan Servicers, Foreign Gift Reporting. National Association of Student Financial Aid Administrators, 23. Dezember 2019.
cite-note-1515. â Eric Berger: NASA puts a price on a 2024 Moon landingâ$35 billion. Ars Technica, 11. Februar 2020.
cite-note-1616. â NASA receives $23.271 billion in fiscal year 2021 omnibus spending bill. Spacenews, 21. Dezember 2020.
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cite-note-1818. â Eric Berger: NASAâs Artemis program may face a budget crunch as costs continue to rise. Ars Technica, 17. Mai 2023.
cite-note-1919. â Eric Berger: NASA has begun a study of the SLS rocketâs affordability (Updated). Ars Technica, März 2021: âThe backbone for NASAâs Moon to Mars plans are the Space Launch System rocket, Orion spacecraft, ground systems at Kennedy Space Center, Gateway in lunar orbit and human landing system.â (Zitat NASA)
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cite-note-773. Private lunar lander Blue Ghost falls silent on the moon after a 2-week mission. ABC News, 17. März 2025.
cite-note-784. IM-2 Updates. Intuitive-Machines-Pressemeldung vom 7. März 2025.
cite-note-795. SpaceX launches Intuitive Machinesâ 2nd Moon lander, 3 rideshare spacecraft. Spaceflight Now, 25.â27. Februar 2025: âAthena is designed to operate throughout the lunar day, which will last about 10 daysâ.
cite-note-806. Jeff Foust: Lunar Trailblazer, Odin spacecraft suffering problems after IM-2 launch. Spacenews, 28. Februar 2025.
cite-note-817. Launches and Landings. NASA, abgerufen am 15. September 2025.
cite-note-828. X-Nachricht von Jeff Foust, 6. November 2025.
cite-note-839. X-Nachricht von Jeff Bezos, 22. November 2025.
cite-note-8410. Lunar Vertex: Solving Mysteries Swirling Around the Moonâs Magnetic Regions. Johns Hopkins Applied Physics Laboratory, 18. November 2021.
cite-note-8511. Everyday Astronaut: Astro Awards LIVE in-person at Paramount Theatre, Austin, TX! (ab 1:58:59) auf YouTube, 14. Januar 2024.
cite-note-8612. NASA Mirrors on ESA Pathfinder to Enhance Lunar Navigation. NASA, 7. Juli 2022.
cite-note-8713. Lunar Pathfinder. ESA, 16. September 2021.
cite-note-8814. SpaceX nears next Starship test flight as Starbase expansion continues. Spacenews, 21. Mai 2024.
cite-note-8915. ispace - U.S. Announces new U.S. Headquarters, Unveils APEX 1.0 Lunar Lander, Provides Updates on Mission 3, Pressemeldung vom 28. September 2023.
cite-note-9016. Draper wins NASA contract for farside lunar lander mission. Spacenews, 21. Juli 2022.
cite-note-9117. NASA Selects Blue Origin to Deliver VIPER Rover to Moonâs South Pole. NASA-Pressemeldung vom 19. September 2025.
cite-note-9218. VIPER, a water-seeking rover, has gotten a new lease on life, with a new launch vehicle and lander announced by NASA. Sky & Telescope, 26. September 2025.
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